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2012

ANUK III - Die Dunkle Flut

Kino
Ausstrahlung RF und 3sat

Wir befinden uns um 2300 vor Christus: In England wird in der Steinkreisanlage von Stonehenge ein uns unbekannter Kult zelebriert, während in Ägypten die Bauarbeiten der Cheops-Pyramide ihrem Ende entgegen gehen. Und während im Zweistromland von Mesopotamien das berühmte Gilgamesch-Epos entsteht, stehen Anuk und Meha mit ihren Gefährten einem Feind gegenüber, der grösser und mächtiger ist, als alles, was sie bis anhin gesehen hatten.



Nachdem Anuk, Sohn des Pe-Kai und der Letzte der Naluk, mit Moems Tochter Meha einst eine mächtige Kriegerhorde besiegt hat, erzählen die Menschen ihre Geschichte überall an den Herdfeuern des Winters. Doch wieder ist die Welt unruhig und dunkel geworden: Ein Berg hat gebrannt und Feuer gespuckt und den Himmel verfinstert, und der Winter, der kam, hat Anuk und sein ‚Namenloses Volk‘ aus dem Bergland vertrieben. Fremd in den grossen Wäldern des Tieflandes erwächst ihnen aber ein neues Verhängnis, denn unerbittlich ist auf einmal ein mächtiger Feind erschienen, alle Stämme zu knechten und Völker zu unterwerfen. Dieses Volk huldigt den dunklen Geistern und  reitet auf starken Tieren, die schnell sind wie der Wind und die gehörnten Krieger überall hintragen, wonach ihnen ihr finsterer Sinn steht. Wer vermag ihm Stand zu halten, diesem wütenden Sturm, der keine Gnade kennt und kein Erbarmen?



Noch einmal muss Anuk den Weg des Kriegers gehen, um sich dem fremden und mächtigen Feind zu stellen.  Nur noch wenige sind übrig, doch Anuk und seine Gefährten sind willens, bis zum letzten Atemzug den Weg des Kriegers zu gehen. Und am Ende ihrer Welt, an den Gestaden des endlosen Wassers, kommt es zum letzten Kampf und zur  letzten Schlacht, die alles entscheiden wird.



„Anuk III – Die dunkle Flut“ ist nach „Anuk - Der Weg des Kriegers“ (2006) und „Anuk II - Der Feuerberg“ (20013) der dritte Teil einer spannenden und eindrücklichen Kriegersaga, die in einer Zeit spielt, in der die Geschichte noch keinen Namen hatte. Das bildgewaltige Epos zeigt eine ursprüngliche und mythische Welt, berichtet von archaischen Kriegergesellschaften in Ländern ohne Namen und Grenzen und erzählt von einer Zeit, in der die Menschen mit Bergen und Tieren sprachen und sich die Kulturen der Menschen erst zu formen begann.


Produktion


„Anuk III - Die dunkle Flut“ ist ein im Neolithikum angesiedelter Abenteuerfilm, der sich durch wuchtige Bilder, archaische Kostüme, eindrückliche Kampf- und Actionszenen und einem epischen Soundtrack von allem unterscheidet, was an Filmen in der Schweiz geboten wird. Bereits der erste Teil der Anuk-Trilogie sorgte in der Schweizer Kulturszene 2006 für Furore und das Medienecho war gewaltig. Die weder von der Bundesfilmförderung noch vom Schweizer Fernsehen unterstützte Produktion polarisierte gleich zu Beginn: War „Anuk - Der Weg des Kriegers“ für die einen eine Erneuerung des Schweizer Films und Hollywood in den Alpen, vermuteten andere im Kriegerepos einen Kriegerfilm mit radikal antiaufklärerischen Ansätzen. Die Mutlosigkeit des Verleihers, der den Film trotz riesiger Medienpräsenz  in lediglich vier Kinos starten liess, trug dazu bei, dass der Film im Herbst 2006 nicht reüssierte. Dass das Interesse am  Film durchaus gross gewesen wäre, zeigte im Januar 2007 etwa der gewaltige Publikumsandrang an den Solothurner Filmtagen mit über 500 Zuschauerinnen und Zuschauern, aber auch die Tatsache, dass die erste und zweite Auflage der DVD von je 2‘000 Exemplaren rasch vergriffen war und dass der schliesslich im Schweizer Fernsehen zur späten Nachtstunde doch noch ausgestrahlte Film in der Sendereihe die höchste Einschaltquote des Jahres 2008 erzielte.


Auch mit dem dritten Teil der Anuk-Saga, „Anuk III - Die dunkle Flut“, taten sich die öffentlichen Filmförderer schwer, wobei das Bundesamt für Kultur sogar mit einem administrativen Trick eine Unterstützung des Projekts verhinderte. Die Macher des neuen Films aber schreckte das nicht ab: Von einer Vision beseelt, realisierten sie, allen Widrigkeiten zum Trotz, ein bildstarkes Epos mit rund sechzig Statisten, dreissig Pferden, einem selbst gebauten Zehn-Meter-Kahn und mit jeder Menge archaischen Masken und authentischen, selber angefertigten Requisiten und Kostümen. Der Film zeigt eine ursprüngliche Welt, in dem Mut und Entschlossenheit, aber auch Freundschaft und Treue die einzigen Ingredienzen waren, die ein Überleben sicherten.

Von Idee und Vision beseelt waren aber nicht bloss die Produzenten und Techniker, die den Film realisierten: Auch ein spannendes Ensemble von Schauspielerinnen und Schauspielern tragen dazu bei, eine längst vergangene Epoche glaubhaft neu aufleben zu lassen. Neben vielen neuen und noch weitgehend wenig bekannten Gesichtern sind als die Kriegerin Meha wiederum die deutsche Heavy Metal-Legende Doro Pesch und in der Titelrolle der Regisseur und Co-Produzent Luke Gasser zu sehen. Als Kontrapart legt sich Gilles Tschudi ins Zeug und wird einmal mehr seinem Faible für düstere Figuren absolut gerecht. Der Film wurde in bloss zwölf Tagen abgedreht, wobei in dieser kurzen Drehzeit eine kleine Crew mit Doro Pesch und Luke Gasser auch für drei Tage an Irlands Westküste drehte. Eine Herkules-Aufgabe, die insbesondere durch eine ausserordentlich exakte Planung und eine straffe Organisation prästiert werden konnte.


Seit einige von der Schweizer Kulturförderung eigentlich schon fast verdächtig permanent geförderten Schweizer Filmproduzenten inzwischen öffentlich verkünden, dass man unter zwei Millionen Franken gar keinen vernünftigen Film drehen könne, schweigen sich die Produzenten von „Anuk III - Die dunkle Flut“ über das Produktionsbudget lieber aus. Es scheint aber offensichtlich, dass Filme jenseits des Schweizer Förderungs-Mainstreams einzig durch einen übermässigen Einsatz der Mitwirkenden möglich sind. Den Mainstream kümmert das nicht, das BAK auch nicht, das sich mittlerweile auf aufwändige Kinderfilme spezialisiert zu haben scheint und sich, genau wie das Schweizer Fernsehen, längst in der eigenen Filterblase behaglich eingerichtet hat. Was Wunder, dass sich kaum noch jemand ausserhalb der Schweizer Landesgrenzen für den Schweizer Film interessiert. Nicht, dass sich das Förderestablishment dessen nicht bewusst wäre; das Medikament allerdings, dass diesem Umstand entgegenwirken soll, nämlich noch weniger Projekte mit noch mehr  Mitteln zu fördern, erscheint wenig vielversprechend. Damit verstärkt sich eine Tendenz, Produktionen wie „Anuk III - Die dunkle Flut“, die sich abseits dieses Mainstreams bewegen, zu verunmöglichen. Die einst beim obersten Filmförderer, BAK-Film-Chef Ivo Kummer, angeregte „Guerilla-Schiene“, in der für bescheidene Fördermittel maximale Freiheit gewährt würde, wurde ebenso wenig realisiert wie eine faire und plausibel erscheinende Förderpolitik, die mit oft reichlich kruden Behauptungen Projekte abschmettert, um in geradezu suspekter Weise andere Produzenten immer wieder durchzuwinken. Allein,  Anuk geht ihn trotzdem, den Weg des Kriegers, entschlossen, sich Unbill und Widerstand entgegen zu setzen, um auch einer dunklen Flut mit Kühnheit und Willenskraft zu widerstehen.

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